Freitag, 24. März 2017

Friday Flowerday mit Englischen Narzissen...



An der Kasse im Supermarkt standen zwei große Pappkartons mit der Aufschrift 'Englische Narzissen'. Die blattlosen Stiele mit den völlig geschlossenen Knospen sahen ziemlich leblos und trocken aus. Ein Bund mit 10 Stängeln kostete 49 Cent. Für den Preis würde ich in meinem Garten keine 10 Narzissen abschneiden. 

'Wer weiß, wie lange die Stiele schon ohne einen Schluck Wasser in den Kisten liegen?' ging es mir durch den Kopf und ich fragte mich, ob das nun die Folgen vom Brexit sind; denn eigentlich ist doch alles, was an Pflanzen aus England kommt, ziemlich teuer. 

Einzig und allein aus Neugier nahm ich zwei Bund, schnitt sie zu Hause frisch an, stellte sie in eine Vase und ließ sie über Nacht in der Kochnische stehen.

Am nächsten Morgen traute ich meinen Augen kaum.  Die Narzissen waren explosionsartig erblüht und die Stiele standen 'voll im Saft', hatten eine schöne grüne Farbe bekommen. Ich war sprachlos.

Während ich noch überlegte, in welche Vase ich die Narzissen nun stellen könnte, klingelte meine Tochter an der Haustür und schenkte mir dreißig Tulpen. Wenn's kommt, kommt wirklich alles auf einmal.

Da ich auf meinem Pflanztisch wieder etwas Platz hatte, fanden die Narzissen - verteilt auf drei Vasen - ihren endgültigen Platz dort unter der überdachten Terrasse. Sie machen sich mit der grün-gelb panaschierten Aucube im Hintergrund recht gut. Ich kann sie von meiner Terrassentür aus sehen. Und von der Temperatur her wird es ihnen dort auch sicher besser gefallen als in der warmen Wohnung.










All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein schönes Wochenende.

Dienstag, 21. März 2017

Bilder-Pingpong bei Lucias 'schreibtischwelten'...

'Gute Erinnerungen tragen unser Leben'.
Aus Japan

Als SIE das Foto sah, stutzte sie kurz. Dann lächelte sie. Und - nach fast zwei Jahrzehnten - war plötzlich die Erinnerung wieder da, die Erinnerung an eine wunderbare Begegnung, die ihr damaliges Leben  schlagartig verändern sollte. 

Sie atmete einmal tief durch, strich sich mit beiden Händen ihre Haare aus dem Gesicht, stützte ihre Ellenbogen auf der Tischkante ab und ließ ihren Kopf in ihre geöffneten Handflächen fallen. Dann schloss sie die Augen und erinnerte sich:

Lucias Impulsbild...

Wie aus dem Nichts war ER damals auf einmal da und bot ihr seinen Parkplatz an. Er war Gast im selben Hotel. Sie kannte ihn vom Frühstück. 'Sehen wir uns heute Abend?' fragte er sie beim Einsteigen in seinen BMW. Sie schaute ihn sprachlos mit großen Augen an.

Am Abend kam er an ihren Tisch, fragte sie, ob er sich zu ihr setzen dürfe. Sie wollte gerade aufstehen, um noch einen Abendspaziergang um den See zu machen. Gute Idee, fand er, auch er würde sich nach einem anstrengenden Arbeitstag gerne noch etwas frische Luft um die Nase wehen lassen. Er bat darum, sie auf ihrem Spaziergang begleiten und ihr Gesellschaft leisten zu dürfen. 

Er erwies sich zu ihrer Überraschung als ein begnadeter Unterhalter. Und schon bald hatten beide das Gefühl, als würden sie sich seit Ewigkeiten kennen, plauderten über dieses und jenes, über Gott und die Welt. Es war wie Pingpong spielen. Sie erzählte. Er hörte ihr interessiert zu. Dann erzählte er und sie lauschte fasziniert und amüsiert seinen Worten. Es gab viel zu lachen, weil er einen wunderbaren Humor hatte. Die Zeit verging wie im Flug. Sie gingen eine Runde um den See, eine zweite und auch noch eine dritte.


Am nächsten Tag, als sie vom Thermalbad kam, wartete er schon auf sie. Sie begrüßten sich wie alte Bekannte. Und wieder spazierten sie nach dem Abendessen um den See. Im Cafe der Eissporthalle trank sie eine heiße Schokolade und er ein kaltes Bier. Es gab so viel zu erzählen. Die drei Runden um den See vergingen wie im Flug. Er war auch noch ein toller Witze-Erzähler, musste manchmal schon selber vor der Pointe lachen. Sie erinnerte sich nicht daran, jemals mit einem Mann so viel gelacht zu haben, hätte sich vor Lachen manchmal fast in die Hose gepinkelt.



Am dritten Abend waren sie beim DU. Alles andere hätte auch nicht mehr gepasst. Sie waren im selben Sternzeichen geboren. Vielleicht harmonisierte es deshalb zwischen ihnen so gut. Man hatte die gleiche Wellenlänge, verstand sich blind. Oft wollten beide zeitgleich dasselbe sagen. Zum Abschluss des Abends tranken sie einen Apfelwein im 'D-Zug'.





Am letzten Abend gingen sie Hand in Hand um den See, erzählten, lachten und nahmen schließlich Platz in einem Biergarten. Ein Kind vom Nebentisch winkte ihr zu. Sie antwortete mit einem Lächeln. Der kleine Junge kletterte daraufhin von seinem Stuhl und kam zu ihr. Sie war begeistert von der Unbefangenheit des Kleinen, der ihr am Schluss sogar anbot, von seinem Eis zu lecken. Als sie sich ihm wieder zuwandte, sah sie, wie seine Augen sie zärtlich 'streichelten'. Dieser Blick traf sie mitten ins Herz. So hatte sie schon lange kein Mann mehr angeschaut.


Auf dem Rückweg blieb er plötzlich am Ufer des Sees stehen, legte seine Arme um ihre Schultern. Ganz langsam begann er, im Takt der Biergartenmusik mit ihr zum Steg zu tanzen. Am Ende des Stegs setzten sich beide auf die Holzplanken, ließen ihre Beine über dem Wasser baumeln. Nach längerem Schweigen nahm er ihre Hand, küsste sie (die Hand), sagte leise, dass er sie ganz zauberhaft fände und sich über beide Ohren in sie verliebt habe. Aber er wolle die Beziehung zu seiner Partnerin, die für ihn einiges aufgegeben hatte, nicht aufs Spiel setzen. 

'Es waren wunderschöne Abende mit dir', antwortete sie, 'die mir unvergesslich sein werden. Ich hatte völlig vergessen, wie schön unbeschwert und leicht das Leben sein kann. Auf jeden Fall habe ich noch mit keinem Mann so viel gelacht wie mit dir'. 
 
Sie gab ihm einen leichten Stups, sprang auf, klatschte übermütig in die Hände und drehte sich schließlich mit weit ausgestreckten Armen wie der weiße Wirbelwind um die eigene Achse, bis ihr schwindlig wurde. Er fing sie auf. 'Und du bist wirklich nicht traurig oder enttäuscht?' fragte er. 'Warum sollte ich? Im Gegenteil, durch dich habe ich erfahren, was ich nicht mehr für möglich gehalten hätte. Ja, ich kann mich noch einmal verlieben, wenn der Richtige kommt! Dafür danke ich dir von ganzem Herzen.' 
 

'Und das ist die volle Wahrheit?' fragte er. 'Jaaa!' rief sie lachend in die Nacht. 'Schau mal zum Sternenhimmel, den habe ich extra nur für uns beide bestellt, ist der nicht wunderschön?' Noch nie hatte sie solch einen tiefschwarzen Himmel mit Tausenden von leuchtenden Sternen gesehen. 'Silbermond und Sternenhimmel und das ganze Drumherum, alles mit dir war schön'. Sie schaute ihm dabei in die Augen und zur Bekräftigung ihrer Worte drückte sie seine warme Hand. Schweigend gingen sie zum Hotel. 'Klopf morgen früh bitte an meine Tür, bevor du fährst', bat sie ihn.

Er klopfte morgens um 6 Uhr. Sie öffnete die Tür, umarmte ihn zum Abschied, wünschte ihm eine gute Fahrt. Barfuß und im Nachthemd winkte sie ihm  noch vom Balkon aus hinterher. 

Sie lächelte, fühlte sich schön, begehrenswert, glücklich und stark, wie neu geboren. Und das strahlte sie auch aus. Alles in ihr jubelte: 'Das Leben ist schön!'


'Kurz begegnen, lang gedenken
macht die Seele reich und froh'. 
Emanuel Geibel



'Wenn die Glocken der Erinnerung läuten,
wird es Sonntag im Herzen'.
Peter Sirius

Sonntag, 19. März 2017

Schöne Gesichter...



Nicht nur Heidi Klum begibt sich im Vorfrühling auf die Suche nach schönen Gesichtern. Auch ich halte Jahr für Jahr Ausschau nach aparten neuen Gesichtern, allerdings nicht bei zickigen jungen Mädchen, sondern beim guten alten Gartenstiefmütterchen (Violaceae/ Viola wittrockiana). Dass diese Schönheit ihren Namen zu Unrecht trägt, darüber sind wir uns ja wohl einig oder?

Und das Hornveilchen (Viola cornuta) gehört natürlich auch mit dazu. In den Gärtnereien stehen die beiden ja auch Seite an Seite bzw. Topf an Töpfchen.











Ich kenne gutaussehende Menschen, die auf  Fotos immer schlecht wegkommen, und andere, die auf jedem Foto toll aussehen. Auch bei den Hornveilchen und Stiefmütterchen gibt es einige, die nicht so fotogen sind. Aber an manchen Fotos wiederum kann man sich gar nicht sattsehen. 










 




Um ehrlich zu sein, mir gefallen die blauen und blau-hellblau-weißen immer noch am besten. Es gibt Sorten, die wegen ihrer Farbe nie im Leben in meinen Einkaufswagen wandern würden. Wie gut, dass die Geschmäcker verschieden sind.










 

Wer immer noch nicht genug hat, HIER hatte ich schon mal über Hornveilchen und Stiefmütterchen geschrieben und erwähnt, dass es Gegenden gibt, in denen das Stiefmütterchen den Namen 'Schöngesicht' trägt, und zwar zu Recht, wie ich finde!

 

Hier auf meinem Pflanztisch stehen sie nun erst mal. Ich muss noch ein paar Töpfe und Schalen leer machen. Dann bekommen sie ihren endgültigen Platz. Vielleicht pflanze ich auch einige im Garten aus, sofern ich ein paar Lücken entdecken sollte. 

Und was sind Eure Lieblingsblümchen im Frühling?  Ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen schönen Sonntag.