Freitag, 9. Dezember 2016

Eine vorweihnachtliche Flohmarktgeschichte...


Früher hatte sie gar keine Zeit dafür. Aber seit sie aus dem Berufsleben ausgeschieden ist, schlendert sie ab und zu über Flohmärkte in ihrer Nähe. Es gibt nichts Bestimmtes, wonach sie sucht. Sie möchte einfach nur schauen, was alles so angeboten wird aus der guten, alten Zeit, wobei sie – wie eh und je – ihr Augenmerk doch mehr auf Glas und Porzellan richtet.




Die Wunschliste mit schönen Dingen, die zwar nicht lebensnotwendig waren, die ihr aber im Laufe ihres Lebens Freude bereitet hätten, war recht lang. Damals, als erste Priorität das Wohl der Kinder und ein schuldenfreies Haus war, legte sie ihre eigenen Wünsche für viele Jahre auf Eis.






Auf dem Flohmarkt werden Trödel- und keine Apothekerpreise gezahlt. Außerdem ist Handeln erwünscht. Um gar nicht erst in Versuchung zu kommen, steckt sie immer nur 'kleines' Geld ein.






So auch kürzlich, als sie am Sonntagvormittag nur mal schnell schauen wollte, was alles in der Vorweihnachtszeit unter den Hammer kommt. Fast schon wieder im Gehen begriffen, fiel ihr Blick plötzlich auf zwei Vasen, die ihr bekannt vorkamen, weil sie einst auch auf ihrer Wunschliste standen.






Als sie 'einfach so' aus Interesse nach dem Preis fragte, überreichte der nette Mensch ihr beide Vasen mit den Worten: „Sie dürfen sie ruhig mal in die Hand nehmen.“ Sie strich über den oberen Rand der Vasen, betrachtete eingehend die Malerei, befühlte das edle Porzellan und drehte schließlich die Vasen um, wobei sich ihr Verdacht bestätigte: einmal Kaiser Porzellan und einmal Rosenthal, letztere im unverkennbaren Design vom Tausendsassa Björn Wiinblad. Beide Vasen wiesen keinerlei Gebrauchsspuren auf. „Sehr schön“, sagte sie und wollte ihm die Vasen zurückgeben. „Vier Euro, wenn sie Ihnen gefallen“, sagte er und fügte nach einer kleinen Pause hinzu: „beide zusammen für vier Euro“. „Aber Sie wissen schon, dass es Vasen von Kaiser und Rosenthal sind“, entfuhr es ihr. „Ach, wissen Sie“, antwortete er ruhig, „sie sind aus einer Haushaltsauflösung; mir ist es wichtig, dass sie in gute Hände kommen“. Sie verstand, nickte ihm zu und sagte leise: „Darauf können Sie sich verlassen, das kommen sie“.





Während sie die vier Euro aus ihrer Jackentasche kramte, schlug er die Vasen in Papier ein und legte sie vorsichtig in eine besonders schöne, feste Tragetasche, die man mit zwei farbigen Bändern schließen kann. So etwas bekommt man höchstens nach einem Einkauf auf der Königsallee in Düsseldorf oder dem Kurfürstendamm in Berlin, ging es ihr dabei durch den Kopf.




 

Mit vor Freude hüpfendem Herzen machte sie sich auf ihrem Heimweg so ihre eigenen Gedanken. Es passieren schon merkwürdige Dinge jetzt in der Vorweihnachtszeit. Wer war dieser Mann? Nie zuvor hatte sie ihn gesehen. 



 

'DAS ChristKIND ist ein Neutrum', mischte sich ihre innere Stimme ein, 'kann also sowohl weiblich als auch männlich sein.' Sie lächelte, warf vorsichtshalber noch einmal kurz einen Blick in die Tragetasche, um ganz sicher zu sein, dass die Sache mit den Vasen nicht nur ein (Wunsch-)Traum ist...




Die Vasen sollten eigentlich mit 'Barbarazweigen' vom Kirschbaum und mit golden besprühten Ilex-  und Efeuzweigen eingeweiht werden. Aber das mit den weißen Blüten an den Kirschbaumzweigen kann noch dauern. 

Die Röschen wurden übrigens nach dem Foto-Shooting in eine schlichte weiße Holmegaard-Vase gestellt, weil mir das besser gefiel. Ich finde, dass obige Vasen auch ohne Inhalt schön anzuschauen sind.


All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen dritten Advent.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Christmas Show im Gartencenter Wolters...

Hier zeige ich Euch - wie angekündigt - noch meine letzten Fotos von der Winterwunderwelt der Christmas Show im Gartencenter Wolters/NL. Dies sind Farben, wie ich sie für mich mag.






Es gab unzählige Adventsgestecke und Blumen, alles leider nur sehr schwer zu fotografieren, wenn man keine Personen auf dem Bild haben wollte.










 


Zum Schluss noch ein Foto vom Außenbereich. Das war's für mich für dieses Jahr. Wenn ich nächstes Mal - vielleicht im Januar - hierher komme, möchte ich den Frühling sehen.


All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen Tag.

Montag, 5. Dezember 2016

Sinterklaas bei unseren Nachbarn...



Was bei den deutschen Kindern am Heiligabend das  Christkind ist, das ist bei den niederländischen Kindern der Nikolaus, auf holländisch 'Sinterklaas'. Und diese aufregende und frohe Zeit beginnt bereits am letzten Samstag im November, wenn Sinterklaas, der 'Heilige Nikolaus', bekleidet mit rotem Bischofsmantel und einer Bischofsmütze, mit seinem Weggefährten 'Zwarter Piet' mit einem Schiff in den Hafenstädten Hollands eintrifft. 

Auf einem Schimmel reitet er dann an Land und wird unter lautem Jubel von den Menschen begrüßt. Mit der Ankunft dieser beiden stellen die Kinder ihre Schuhe auf und legen ihre Wunschzettel hinein. Wasser, Heu und eine Möhre für das Pferd dürfen dabei nicht fehlen. 

Und am Abend des 05. Dezember (Sinterklaasavond) gibt es dann die Geschenke, jedes versehen mit einem humorvollen Gedicht, unterschrieben vom Sinterklaas persönlich. Dabei geht es meist recht fröhlich zu, weil in den Gedichten auf die Schwächen der einzelnen Familienglieder angespielt wird. Sinterklaasavond ist bei den Niederländern wichtiger als Weihnachten.

Wenn die große Aufregung vorbei ist, Sinterklaas das Land wieder verlassen hat und Ruhe eingekehrt ist, werden Weihnachtsbäume gekauft und geschmückt. Am Heiligabend (op kerst avond) und am ersten Feiertag (op eerste kerstdag) geht man traditionell in die Kirche. Ansonsten ist der 25. und 26. Dezember ein Familienfest, wo man Verwandte besucht und wo man gutes Essen genießt. Geschenke gibt es zu Weihnachten (Kerstmis) nicht.

Und in diese fröhliche Stimmung dürft Ihr, wenn Ihr mögt, nun eintauchen. Ich habe Euch die nachfolgenden Fotos mitgebracht. Im Gartencenter Wolters nahe Gronau kurz hinter der Grenze - ich hatte vor einem Jahr schon darüber berichtet - war wieder mal der Bär los. Da machten nicht nur die Kleinen große Augen. 

Ich mag gar nicht daran denken, wie viel Mühe und Arbeit es war, um dieses märchenhaft weihnachtliche Winterwunderland herzurichten. Es gibt Musik. Man kann einkaufen, essen und trinken. Das macht gute Laune. Was will man mehr? Aber schaut doch selbst.






 













 



Wer von Euch noch mehr Märchenwinterwunderland möchte:

 HIER 

kommt Ihr zu meinem Post vom letzten Jahr.

Da liegt er nun, der Sinterklaas, und schnarcht ganz laut... Ach ja, bei Gartencenter fragt Ihr Euch vielleicht: 'Und wo waren die Blumen?' Ja, es waren mehr als genug dort. Ich habe auch einige fotografiert, vielleicht demnächst...


Meinen niederländischen Leserinnen und Lesern wünsche ich heute einen wunderschönen Sinterklaasavond und meinen deutschen morgen einen schönen Nikolaustag mit randvoll gefüllten Schuhen.

Eure Edith