Freitag, 28. Juli 2017

Tausendundeine Blüte sind bei weitem untertrieben...,



wenn es um die einzigartige, wunderschöne Clematis triternata 'Rubromarginata' (Mandel-Waldrebe) geht. Das einzig Komplizierte an dieser dankbaren Waldrebe ist ihr Name. Ansonsten ist sie absolut unkompliziert, robust, gesund, winterhart und anspruchslos. 

Zauberhafte sternförmige Blüten, die nach Weißdorn, Mandeln und Marzipan duften, erscheinen in einer Größe von 2 bis 3 cm ab Juli. Diese Waldrebe blüht unermüdlich bis in den Oktober hinein. Die Blütenmitte ist weiß, zu den Spitzen hin wechselt die Farbe nach Rosarot mit rötlich-violettem Rand. 'Rubromarginata' bildet sehr schöne federartige Samenstände aus. 

Sie benötigt eine Kletterhilfe, wobei sie eine Höhe von 3,50 m bis 5 m erreichen kann. Der Fuß mag es schattig, die Blüten recken sich nach dem Sonnenlicht. Im Frühjahr erfolgt ein Rückschnitt bis auf 30 cm. Diese Clematis blüht am einjährigen Holz. Als Düngung empfehle ich Hornspäne und Kompost.

Man kann 'Rubromarginata' gut in Bäume ranken lassen, z.B. in einen Flieder oder in alte Obstbäume. Sie eignet sich aber auch sehr gut als Begleiterin für Kletterrosen. 

Diese 1863 in England gezüchtete Clematis zählt zu den besten Waldreben überhaupt und das zu Recht, wie ich finde.

An den zierlichen Blüten kann man sich - aus der Nähe betrachtet - gar nicht sattsehen. Jede sieht irgendwie anders  - elfengleich und einfach zauberhaft - aus.  

Aber schaut doch selbst.











Die nachfolgenden Fotos habe ich vom Nachbargrundstück aus fotografiert, damit Ihr eine Vorstellung davon habt, was eine einzige Pflanze hervorbringen kann.


Dabei wurde diese Clematis in den letzten Jahren von mir eher stiefmütterlich behandelt. Die Rhododendren rundherum waren zu groß geworden, so dass gar kein Durchkommen mehr zum Düngen oder zum Gießen bei Trockenheit war. 

Außerdem habe ich sie im Frühjahr eigentlich viel zu spät zurückgeschnitten, und zwar erst, nachdem ich an den Rhododendren einen Radikalschnitt vorgenommen hatte. Nie im Leben hätte ich erwartet, dass diese Waldrebe in diesem Jahr so üppig blüht. 





Für mich ist das Gartenglück pur. Deshalb schicke ich diese Bilder am Samstag auch noch mit ganz lieben Grüßen zu Loretta und Wolfgang vom 'Fachwerkhaus im Grünen'.

All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein schönes Wochenende.

Dienstag, 25. Juli 2017

Bilder-Pingpong bei 'schreibtischwelten' - Fake News...?



Dass ich Junk-E-Mails erhalte, wonach ich etwas gewonnen haben soll, obwohl ich nirgendwo mitgespielt habe, bin ich ja gewohnt. Als ich vor einigen Tagen aber aus dem Briefkasten einen Luftpostbrief aus den USA zog, in welchem von einer Erbschaft bzw. einem Vermächtnis die Rede war, fielen mir dazu nur die in letzter Zeit oft gehörten Worte Fake News ein. Empört darüber, dass nun auch schon Menschen per Luftpost aus Übersee durch Falschmeldungen in die Irre geführt werden sollen, landete der Brief im Papierkorb


Umso erstaunter war ich, als gestern ein Paket von einem Notar aus den USA bei mir eintraf. Es rappelte im Karton. Nach einer Bombe hörte sich das nicht an, so dass ich das Paket neugierig öffnete. Mein Blick fiel auf allerlei Krimskrams, auf wertlose Kleinigkeiten in einem übergroßen Karton, und ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.


In der Garage kippte ich die Papiertonne um und fand schließlich den weggeworfenen Brief. Da war die Rede von Mrs. I. Smith. Ich kenne keine Misses Smith. Als ich weiterlas, war von Irmgard Smith aus Texas/ USA die Rede. Und da klingelten bei mir alle Glocken. Ich spulte mein Leben fast bis auf Anfang zurück. Und dann fiel mir dazu folgendes ein:


In meiner frühesten Kindheit war es in meiner kleinen heilen Welt immer ein Höhepunkt, wenn meine großen Cousinen zu Besuch bei uns weilten. Da gab es die beiden stillen Töchter von Tante Frieda, die fast aussahen wie Zwillinge, mit wunderschönem langem, schwarzem Haar. Und aus Cuxhaven besuchten uns die Töchter Ursel und Irmgard von Onkel Albert. In dieser Zeit stand ich dann plötzlich im Mittelpunkt, wurde von den großen Mädchen verwöhnt, bewundert, auf den Arm genommen und herumgetragen, was ich so gar nicht gewohnt war.


Als ich etwa sieben Jahre alt war, besuchten wir Onkel Albert. Irmgard war inzwischen eine wunderschöne junge Frau. Sie hatte hellblondes, mittellanges Haar, das nach innen eingerollt war, geschminkte Lippen, lackierte Fingernägel und roch so gut nach Parfum. Stolz präsentierte sie uns ihren goldenen Verlobungsring mit zwei Brillanten und einem großen blauen Saphir.



Und schon bald darauf ging Irmgard mit ihrem Mann, einem amerikanischen Soldaten, nach Texas/ USA.


Jedes Mal, wenn ich Tante Anni und Onkel Albert besuchte, zeigten sie mir stolz die Briefe, Karten und Bilder, die Irmgard ihren Eltern geschickt hatte. Sie war künstlerisch sehr begabt, hatte ihr Elternhaus aus dem Gedächtnis als Aquarell gemalt, kunstvolle Karten selbst gebastelt, diese mit Goldstaub, künstlichem Schnee und Perlen versehen. Leider blieb das Ehepaar kinderlos.


Und nun schaute ich nach so vielen Jahren etwas ratlos auf diesen Karton. Na ja, nicht jeder bringt es in den USA zum Millionär. Merkwürdig, dass Irmgard ausgerechnet an mich gedacht hat. Ja, ich fand das Blau des Saphirs so schön und durfte den Ring sogar anfassen und aus der Nähe betrachten. Meine Cousine meinte damals, dass das Blau so gut zu meiner Augenfarbe passen würde. Noch nie hatte ich so schönen echten Schmuck gesehen. 


Es berührte mich, dass sie sich nach so vielen Jahren noch an mich erinnert hatte und mir etwas Gutes tun wollte. Vielleicht waren ja noch andere Sachen in dem Karton und der Notar oder seine Mitarbeiter hatten sich selbst daran bedient.


Aber es zählt ja letzten Endes die Geste. Ich legte die Vermächtnisse auf den Tisch und war gerade im Flur unterwegs, als ich bemerkte, dass im leeren Karton langsam etwas von einer Seite zur anderen rutschte. Komisch, dachte ich. Und da erst entdeckte ich, dass der Karton einen doppelten Boden hatte. Und schaut mal, was dann zum Vorschein kam.


Ja, die liebe Irmgard hat wohl gemäß alter deutscher Gründlichkeit und in weiser Voraussicht zu Recht ihrem Notar misstraut. Die Erinnerungsstücke sind bei mir angekommen. Danke, liebe Cousine, tausend Dank. Ich freue mich und werde das Erbe in Ehren halten... 


Hallo, liebe Steuerbeamte des Finanzamts, 

bitte jetzt keinen Erbschafts-Steuerbescheid an mich versenden. Ihr müsst nämlich wissen, dass beim Bilder-Pingpong Kreativität gefragt ist, wobei sich schon mal DICHTUNG & WAHRHEIT miteinander vermischen können. 


Obwohl ich seit dem Tod von Onkel Albert und Tante Anni über Irmgard nichts mehr erfahren habe, hoffe ich doch sehr, dass meine Cousine lebt und sich bester Gesundheit erfreut.


Der Ring mit dem Saphir und den Brillanten wurde vor Jahren von unserem ortsansässigen Goldschmied angefertigt. Der Silber-Dollar aus Kanada und der goldene Stift mit der Unterschrift des 37. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika - Richard Nixon - sind Andenken an einen lieben Menschen.


All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen Tag.

Lust auf mehr Pingpong-Beiträge von mir? Mit einem Klick seid ihr beim entsprechenden Post. Viel Spaß!
Januar 2016: 'Dieser Weg wird kein leichter sein...'
Februar 2016: 'Von der Schrottimmobilie zum Penthouse...'
März 2016: 'Metamorphose einer Malerin...'
April 2016: 'Unser blau-grüner Planet...'

Mai 2016: 'Geh aus, mein Herz, und suche Freud...'
Juni 2016: 'Yamato Tanoka, der über Nacht berühmt wird...'
September 2016: 'Brüll, Löwe, brüll...'
Oktober 2016: 'Ein Traum von einem Haus...'
November 2016: 'Empfinden Tiere Liebe?'
Dezember 2016: 'H wie: Hör auf dein Herz...'
Januar 2017: 'Der Dachschaden des Dagobert Krause...'
Februar 2017: 'Haus mit Garten zu vermieten...'
März 2017: 'Gute Erinnerungen tragen unser Leben...' 
April 2017: 'Jäger, Sammler & Gartenverrückte...'
Mai 2017: 'Gefangen im Labyrinth...'
Juni 2017: 'Ein Baum erzählt...'

Samstag, 22. Juli 2017

'Ivan' & 'Patricia', ein Paar, das Lust auf Geranium macht...


Geranium psilostemon 'Ivan' - Armenischer Storchschnabel...

Für die Blumenvase war das abgeschnittene Geranium nicht mehr schön genug. Aber immerhin war es in der blauen Gießkanne noch eine ganze Woche lang ein schöner Hingucker auf der überdachten Terrasse. Zu schade zum Abschneiden? Ja, vielleicht...

Aber dieses Geranium psilostemon mit dem Namen 'Ivan'  reckte sich zuerst stark in die Höh', dann kippte es nach dem Starkregen auf die Seite und wurde schließlich auf dem schmalen Schlängelweg zu einem regelrechten 'Wegelagerer'. Immer wieder schob ich es im Vorbeigehen mit dem Fuß zur Seite, so dass es mit der Zeit recht unansehnlich aussah. Deshalb wurde es ausgegraben, oben und unten eingekürzt, geteilt und erst mal in Töpfe gepflanzt. Mal schauen, was daraus wird...





Bevor 'Ivan' mit einer einzigen Pflanze in meinem Garten Einzug hielt, gab es auf den Hochbeeten an zwei verschiedenen Stellen meines Gartens schon die Geranium-Psilostemon-Hybride 'Patricia'. 

Die Farbe war anfangs gewöhnungsbedürftig. Aber mit der Zeit lernte ich die Leuchtkraft dieser Sorte - besonders an halbschattigen bis schattigen Plätzen - sehr zu schätzen, so dass ich bei jedem Besuch in der Gärtnerei noch eine weitere Pflanze mitnahm.

Die nachfolgenden Fotos von 'Patricia' entstanden am frühen Morgen im schattigen Beet. Dass die Farbe bei Sonnenschein auch anders aussehen kann, sieht man am obigen Header, der auch 'Patricia' zeigt.

Geranium Psilostemon-Hybride `Patricia' - Armenischer Storchschnabel...





Auf den ersten Blick erkennt man keinen großen Unterschied zwischen den beiden.

Das Geranium psilostemon 'Ivan' wird wie folgt beschrieben:
Armenischer Storchschnabel mit großen Blüten in leuchtendem Magentarot mit schwarzem Auge. Es ist kleiner und standfester als andere Geranium-Psilostemon-Hybriden, wächst kompakt, mag Sonne oder lichten Schatten und nicht zu trockene Böden. Die Blütezeit ist von Juni bis August, die Höhe 40 cm, beliebt als Bienen-/ Insektenweide.
'Ivan' wurde in der Staudensichtung mit 'sehr gut' bewertet.

Beim Geranium psilostemon 'Patricia' heißt es: 
Armenischer Storchschnabel, der sich durch eine üppige Blütenfülle mit langer Blütezeit als Dauerblüher mit relativ großen, leuchtenden  hellmagentaroten Blüten mit schwarzem Auge  und durch eine gute Standfestigkeit auszeichnet. 'Patricia' wächst horstig und breitbuschig, wird 60 bis 70 cm hoch, verträgt volle Sonne, eignet sich aber genauso gut für leicht beschattete Beete, ebenfalls als Bienen-/ Insektenweide beliebt, wurde 2004 zur 'Staude des Jahres' gekürt.
'Patricia' wurde in der Staudensichtung mit 'gut' bewertet.

Bis zum heutigen Tag sind mir beide gleich lieb.  Und in meiner Geranium-Beliebtheitsscala stehen sie auf Platz zwei und kommen gleich nach 'Rozanne', die für mich Platz eins inne hat. 

Und da ich nun schon mal dabei bin, zeige ich Euch nachfolgend, was sonst zur Zeit noch rosarot in meinem Garten blüht und mich erfreut.

Geranium sanguineum 'Elke'...

Geranium x wallichianum 'Sweet Heidy' (ist die kleinste Schwester von nachfolgender 'Rozanne')...

Geranium x wallichianum 'Rozanne' (nur zum Vergleich mit 'Sweet Heidy')...

Staudenclematis 'Aljonuschka' - Diversifolia Group...




Rosa Staudenwicke...


Bourbonrose 'Louise Odier'...



Hortensie...
Fliederhortensie...

Das war mein überwiegend rosarotes Gartenglück aus dieser Woche, das ich mit den Leserinnen und Lesern von Loretta & Wolfgang teilen möchte.

Verlinkt mit: http://www.gartenwonne.com/2017/07/gartengluck-linkparty_22.html

All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein schönes Wochenende.