Samstag, 25. Februar 2017

FREUTAGE, die das Herz vor Freude hüpfen...





...und alles andere vergessen lassen, gibt es nicht so oft und in letzter Zeit bei mir eher selten. Die Freude ist ja eigentlich dreiteilig. Sie besteht aus der Vorfreude, dem eigentlichen Ereignis und der Nachfreude, die noch lange nachklingen und anhalten kann.








Die Vorfreude hielt fast drei Wochen an, und zwar seitdem ich wusste, dass ich am 20. Februar um 16 Uhr noch einmal die Dame vom vergangenen Jahr, die ich damals im Gartencenter in Billerbeck kennenlernte, besuchen darf. Ihr erinnert Euch: sie ist Pflanzenliebhaberin, sammelt u.a. Schneeglöckchen und Lenzrosen. Diesmal sollte es um Schneeglöckchen gehen.
 
Um 15.10 Uhr stieg ich ins Auto. Mein Navi zeigte 32 km an. Fünf Minuten später regnete es. Ich verschwendete keinen Gedanken daran, dass mein Termin eventuell 'ins Wasser' fallen könnte. Fast eine halbe Stunde zu früh, klingelte ich am Gartentor.








Und dann ging ich mit der Dame des Hauses durch diesen in Jahrzehnten gewachsenen Liebhabergarten, der so kostbare Schätze beherbergt, dass einem fast schwindlig werden kann. Ich hatte einen bestimmten Betrag zur Verfügung, wollte noch ein paar höhere Sorten, die meine Galanthus nivalis deutlich überragen, die robust, unkompliziert und vermehrungsfreudig sind, wobei ich mich ganz auf die Expertin verließ.

Während sie schaute, was für mich in Frage kommt, genoss ich den Garten: gewöhnliche Schneeglöckchen, besondere Schneeglöckchen, Märzenbecher, die wie Pilze aus dem Boden schießen, Winterlinge, Gartenalpenveilchen, Leberblümchen, allesamt nur so strotzend vor Gesundheit und Vitalität. Die Lenzrosen blühen leider noch nicht, sind aber im Kommen. 




Nach dem Gang durch den Garten, wobei es immer noch leicht regnete, wurde ich zum Aufwärmen auf eine Tasse Tee eingeladen. Auf dem Tisch lag das Buch 'Schneeglöckchen' von dem inzwischen verstorbenen Günter Waldorf, dem Initiator der in Nettetal jährlich Ende Februar stattfindenden Schneeglöckchentage. Ich blätterte in dem Buch. Alle dort mit einem Kringel versehenen Schneeglöckchen wachsen in diesem Garten. Und das sind eine ganze Menge. 

Es standen noch einige Neuzugänge in Töpfen, die auf einen Platz im Garten warten. Auch gibt es noch eine Wunschliste.








Zur Tasse Tee gab es noch ein Stück Kuchen. In unserem Gespräch ging es um Schneeglöckchen, Lenzrosen, den Garten, irgendwann auch um die persönliche Befindlichkeit, wobei es für einen Moment ziemlich traurig wurde, als wir feststellen mussten, dass wir in unserem Leben den gleichen Schicksalsschlag haben hinnehmen müssen.














Auf dem Tisch lag auch noch die neue Landlust für März/ April. In dieser Ausgabe gibt es auf 6 Seiten schöne Lenzrosenfotos aus diesem Garten. Außerdem kann man hier alles Wissenswerte zu dieser langlebigen Staude erfahren. Anhand von Fotos erklären die Gartenbesitzer, wie man erfolgreich Lenzrosen vermehren bzw.  neue züchten kann.

Ich hatte am Vormittag noch im Gartencenter nach der Zeitung gefragt. Aber der Erscheinungstag war mit dem 22. Februar angegeben. An diesem Tag kaufte ich sie mir im Supermarkt meines Vertrauens.
 
Als ich zu meinem Auto begleitet wurde, hatte ich nicht nur die vorher ausgegrabenen Schneeglöckchen zu tragen, sondern auch noch einen dicken Tuff Galanthus 'Dionysus'. Ich war überglücklich und sprachlos vor Freude.








Welche Schätze ich nun mein eigen nennen darf, wurde mir aber eigentlich erst am Dienstag klar, als ich die Schneeglöckchen in Töpfe pflanzte und fotografierte. Sie stehen auf der überdachten Terrasse auf meinem Pflanztisch. Der große Dionysus-Tuff steht inzwischen in einem Kübel neben meinen Lenzrosen vor meiner Terrassentür, weil ich mich bis zum Verblühen bzw. Einziehen von morgens bis abends daran erfreuen möchte. 






Ein ganz dickes Dankeschön an Ingrid Schleithoff für die Großherzigkeit mir gegenüber und dafür, dass ich noch einmal kommen durfte und dass sie sich so viel Zeit für mich genommen hat. Und natürlich auch danke dem Ehemann Günter Schleithoff, ohne den der Garten nicht das wäre, was er ist. Für mich war es ein Nachmittag, an den ich mich immer wieder gerne erinnern werde. 




Wer es genau wissen möchte, meine Neuzugänge sind:

Galanthus 'Haydn', elwesii-Auslese des Holländers Leo Schoorl mit kurzen Stielen, großer Blüte, die als Markierung ein längliches umgekehrtes Herz trägt, gute Schnittblumensorte, dem österreichischen Komponisten Joseph Haydn gewidmet.

Galanthus 'Castlegar', ein wüchsiges frühblühendes, mit langen bei Wind sanft schaukelnden Blütenstielen ausgestattetes Schneeglöckchen, schmale brückenartige Markierung auf den inneren Blütenblättern.
 
Galanthus 'Merlin', früh blühendes sehr dekoratives und auffälliges Schneeglöckchen mit einfacher Blüte, das man unverwechselbar erkennt an den verkürzten  äußeren Blütenblättern und den inneren Blütenblättern, die eine durchgehende, kräftig dunkelgrüne Färbung haben. Wüchsig und blühfreudig, gehört der Klassiker zu den lt. Heidger 'gartenwürdigen' Schneeglöckchen. Der Legende nach war Merlin aus der Artus-Sage der mächtigste Zauberer der Welt.

Galanthus nivalis 'Viridapice' erkennt man an den grün gespitzten Blütenblättern; es hat wenig Ansprüche und ist ideal für den startenden Sammler. Es ist eine alte Varietät, die um 1900  bei einem alten Bauernhof in der Provinz Nordholland entdeckt wurde.

Galanthus 'Titania', eine der letzten doppelt gefüllten Greatorex-Hybriden, spätblühend, Titania ist die Elfenkönigin in Shakespeares Sommernachtstraum.

Galanthus 'Dionysus', gefülltes Schneeglöckchen des Züchters Greatorex, bildet schnell größere Bestände und hat schöne gerundete äußere Blütenblätter. Es wird ca. 20 cm hoch, frühblühend und hat eine dunkelgrüne Zeichnung.


HIER
geht es zu meinem ersten Besuch.


All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein schönes Wochenende.

  

Freitag, 24. Februar 2017

Friday Flowerday bei Holunderbluetchen: In Schönheit verblühen...



Kaum zu glauben, aber als ich diese Tulpen fotografierte, standen sie seit genau 18 Tagen  in meiner Wohnung in der Vase. Vier Sträuße zu je 50 Cent (2 x gelb, 1 x violett und 1 x rot) hatte ich damals gekauft. Die roten, deren Farbe zusehends in ein Orange abdriftete, hielten am längsten. Aber dann - von einer Minute zur anderen - begann das große Rieseln.


 



Momentan stehen sie - zu schade zum Entsorgen - noch auf meinem Schreibtisch. Eine Tulpe ist auf dem 'absteigenden Ast' und hat ihre Blütenblätter wie eine Margerite ganz weit geöffnet. Das nennt man heutzutage 'morbider Charme'.



Ich denke, auf meinem Tisch werden in den nächsten Wochen noch einige Tulpensträuße stehen. Von der Knospe bis zum Verblühen sind sie ein toller Hingucker, der Freude macht.

Und so schön silbrig sehen weiße Tulpen im Verblühen aus.

Verlinkt mit: https://holunderbluetchen.blogspot.de/2017/02/friday-flowerday-0817.html

All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein schönes Wochenende.

Dienstag, 21. Februar 2017

Bilder-Pingpong, diesmal bei Ghislana...

In der Wochenendausgabe einer Tageszeitung erschien eines Tages unter 'Immobilien/ Vermietung/ Verpachtung' ein Inserat mit folgendem Wortlaut:


Bild: Wikipedia
'EF-Haus am Rande einer Kreisstadt im Münsterland (110 qm Wohnfläche/ gerne auch teilmöbliert/ mit 50 qm Lagerraum, schönem Staudengarten und der Bushaltestelle vor der Haustür) langfristig mit der Option eines späteren Erwerbs zu vermieten. Bevorzugt werden Gärtner/innen mit Interesse an einem eigenen Garten, Frührentner/innen mit Freude an Gartenarbeit, Hobbygärtner/innen.'
 


Der Sohn einer alten Dame hatte die Annonce aufgegeben, nachdem seiner mittlerweile 85-jährigen Mutter so langsam die Gartenarbeit zu schwer wurde und sie sich mit dem Gedanken vertraut gemacht hatte, in ein kleines Appartement mit Balkon - genauer gesagt: in eine Einrichtung für betreutes Wohnen - zu ziehen. Da der Staudengarten seit vielen Jahren ihre Herzenssache war, legte sie großen Wert darauf, den Garten in guten Händen zu wissen, und zwar bei Menschen, die den besonderen Wert der teilweise recht teuren Pflanzen erkennen und zu schätzen wissen.


Mutter und Sohn hatten gar nicht mit so vielen Interessenten gerechnet. Zwei ältere Ehepaare und eine junge Frau kamen in die nähere Auswahl und wurden zu einem Besichtigungstermin eingeladen. 

Den Zuschlag bekam letztendlich die junge Frau. Sie hatte einen Sohn im Kindergartenalter. Die beiden waren oft allein, weil der Ehemann beruflich viel unterwegs war. Als die junge Frau den Garten sah, strahlte sie.  Der Garten erinnerte sie an ihre Kindheit, die sie bei der Großmutter verbracht hatte. Sie kannte die Namen aller Stauden, hatte selbst den Balkon voller Kübelpflanzen und in ihrem Heim stapelten sich die Gartenbücher und Gartenzeitschriften. 

Und als sie den Lagerraum sah, sagte sie spontan: 'So lange schon habe ich den Wunsch nach einem eigenen Atelier. Ich hatte ihn nach der Geburt meines Sohnes schon aufgegeben. Hier im Haus könnte ich ihn endlich sogar im Einklang mit meiner Familie verwirklichen. Und die Bushaltestelle vor dem Haus wäre auch optimal für uns.'



Zwischen den beiden Frauen war es Sympathie - eigentlich sogar Liebe - auf den ersten Blick.

Die Familie kündigte ihre Wohnung, zog unverzüglich in das Haus und die junge Frau verwirklichte mit tatkräftiger Unterstützung ihres Ehemannes ihren Traum vom eigenen Atelier. Sie telefoniert oft mit der alten Dame, wenn sie Fragen zu Pflanzen und zum Garten im allgemeinen hat oder wenn sie einfach nur einen Menschen braucht, der ihre Sorgen ernst nimmt und ihr zuhört.

Sie lädt die alte Dame auch oft zu sich ein. Die Besuche finden meistens draußen im Garten statt oder enden auf jeden Fall mit einem Gang durch den Garten und das Atelier, das eine Töpferwerkstatt mit Brennofen und einen kleinen Ausstellungsraum beherbergt.

Die alte Dame ist begeistert von den kreativen Objekten der jungen Frau, gibt auch mal Anregungen und rührt vor allen Dingen kräftig die Werbetrommel, so dass die junge Künstlerin sich über einen Mangel an Aufträgen nicht beklagen kann.


Ja, so ergibt das lateinische Wort 'SALVE' am Haus, mit dem die meisten Menschen lange Zeit nichts anzufangen wussten, nun auch einen Sinn. Es ist ein Segensgruß, der Heil, Gesundheit, Ganzheit, der Unversehrtheit von Körper und Seele bedeutet und wünscht und der sich inzwischen für beide Seiten gleichermaßen auf wunderbare Weise erfüllt hat.

Der alten Dame fiel das Loslassen plötzlich gar nicht mehr schwer und die junge Frau kann sich neben ihrem Dasein als Ehefrau, Mutter und Hausfrau auch noch  künstlerisch ausleben und verwirklichen.
 


Impulsbild
All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine gute Woche.
 

Montag, 20. Februar 2017

Winter, ade! Scheiden tut gar nicht weh!



Plötzlich kam die Sonne raus. Freudig erregt stieg ich mit meiner Kamera in der rechten und mit meinem Tulpenstrauß in der linken Hand bei geöffneter Terrassentür über meine Helleborustöpfe, um zu probieren, ob es bei Tageslicht draußen auf der Mauer nicht doch noch bessere Fotos geben würde.



Ich fotografierte auch noch den Strauß vom Eßzimmertisch. Ganz keck hatte sich der 'Michel mit Julbock' von Scandinavia Children dazugestellt, zwar passend zum Rand der Vase. ABER es sollte doch ein Foto sein, das den Frühling erahnen läßt!

 

Aber wer so freundlich guckt, dem kann man nicht böse sein.


Oje! Und da sah ich ihn auch schon. Etwas abseits stand beleidigt und mit weinerlichem Gesicht sein Freund 'Ole mit Schweinchen', ebenfalls von Scandinavia Children.


Als er bemerkte, dass ich ihn ansah, wandte er mir sogar den Rücken zu.


Also durfte er auch einmal mit aufs Bild, wobei er allerdings demonstrativ in die andere Richtung blickte.



Und dann mußte ich doch noch ein ernstes Wörtchen mit den beiden reden.


'So, meine Lieben', sagte ich, 'ihr habt jetzt seit der Adventszeit bei mir euren großen Auftritt gehabt. Schaut, die Winterlinge, die Schneeglöckchen und die Lenzrosen haben zum Teil schon ihre Blüten geöffnet. Wir haben Februar. Es ist an der Zeit, dass ihr jetzt so langsam die Bühne verlaßt.'


Sie schauten mich ziemlich entgeistert an, tuschelten untereinander, drehten sich grußlos um und dann sah ich sie nur noch von hinten...



Ja, ich weiß, ich bin gemein, sie so zu verabschieden. Aber wie ich die beiden kenne, halten sie sich sowieso nicht daran. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie hier noch öfter als es mir lieb ist in ihrem scandinavischen Winter-Outfit auftauchen und dabei auch winterliche Temperaturen mitbringen werden.

Und wie vertreibt Ihr, liebe Leserinnen und Leser, den Winter aus der Wohnung, dem Garten und aus Eurem Kopf?  Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche.

Sonntag, 19. Februar 2017

Bunt ist die Welt bei Lotta...



Diesmal geht es bei Lotta um Badezimmer. Da mein Badezimmer ziemlich klein ist, entschloss ich mich nach einem Wasserschaden vor 15 Jahren dazu, daraus einen Duschraum zu machen, also mit Waschbecken, WC und Dusche mit einer Glaswand und zwei Glastüren. 

Da das Glas nach jedem Duschen ein Abledern erfordert und ich dabei schon gleich wieder ins Schwitzen komme, bevorzuge ich die pflegeleichte Dusche im Keller nach dänischem Vorbild. Ich bin sowieso kein Typ, der sich lange im Bad aufhält, dort Bücher liest oder in Zeitungen blättert. Aber für die kurze Zeit, die ich dort täglich verbringe, möchte ich mich schon wohlfühlen. 

Wenn ich das Badezimmer betrete, fällt mein Blick direkt auf meine Nordseedeko.








Auf der Fensterbank links daneben steht das Glas mit dem weißen Sand und Muscheln aus allen möglichen Urlaubsorten. 


Den 40 cm breiten Sims oberhalb der Fliesen schmücken blau-weiße Bilder in weißen Rahmen der leider schon verstorbenen Künstlerin Heide Dahl mit Motiven vom Meer, die das Urlaubs-Feeling perfekt machen. 

 
Die farblich passenden Handtücher haben ihren Platz auf den an der Wand angebrachten Stangen, wobei es sich  in Wirklichkeit um einen Heizkörper handelt, der den ganzen Raum beheizt.


Das war der Schlüssellochblick in mein Badezimmer. 



All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen schönen Sonntag.