Dienstag, 19. April 2016

Unser blau-grüner Planet...



Mit dem von Ghislana zum Bilder-Pingpong ausgesuchten Impulsfoto bin ich sehr glücklich und zufrieden.




Es hat mich auf den ersten Blick ganz wunderbar berührt, und zwar wegen der Farben und der Emotionen, die dieses Bild bei mir auslöste. Ganz automatisch begann ich zu pfeifen:

'Großer Gott, wir loben dich,
Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich
und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit,
so bleibst du in Ewigkeit'.



Und dann fiel mir noch ein Dietrich-Bonhöffer-Text dazu ein, der da lautet:

'Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag'.


Die ausgebreiteten Arme der abgebildeten Person, der ja schon Finger der linken Hand fehlen und auf deren Körper das Leben Narben und Spuren hinterlassen hat, deute ich als ein 'JA ZUM LEBEN', und zwar egal, was da kommt. Eduard Mörike faßte dies in folgende Worte:

'Herr, schicke, was du willst,
ein Liebes oder Leides;
ich bin vergnügt, dass beides
aus deinen Händen quillt'.


Aber jetzt noch mal von vorne: Mittelpunkt des vorgegebenen Impulsfotos ist eine nackte, männliche, auf einen Sockel gestellte Person mit ausgebreiteten Armen, den Blick in die Ferne gen Himmel gerichtet. Licht und Schatten auf der Rasenfläche und das frisch austreibende Laub an dem betagten, knorrigen Baum lassen darauf schließen, dass das Foto an einem sonnigen Frühlingstag entstanden ist. Am Ufer des Sees führt wahrscheinlich ein Weg entlang, der durch eine Straßenlaterne bei Dunkelheit beleuchtet wird. Mit etwas Fantasie sehe ich rechts neben dem Baum auf dem See das Segel eines kleinen Bootes und am anderen Ufer ein paar Gebäude.


Auf mich hat das Foto eine positive, lebensbejahende Wirkung. Es zeigt einen Menschen, wie Gott ihn schuf und wie er einst die Erde verlassen wird, nämlich ohne etwas mitzunehmen. Er steht aufrecht (mit Rückgrat), mit beiden Beinen im Leben und läßt durch seine offene Haltung erkennen, dass er bereit ist, sein Schicksal anzunehmen.






Interessant ist der Schatten dieses Menschen, der ihn als dünnen Ast eines Baumes mit zwei kleinen Zweigen spiegelt. Das zeigt, wie winzig ein Mensch im Vergleich zur Natur ist, was ihn nachdenklich und demütig machen sollte. Überhaupt erinnert das Bild daran, dass es Licht ohne Schatten nicht gibt, wie es auch in jedem Menschenleben nicht nur Sonnenschein geben kann. 
  

An diesem sonst so harmonischen Bild stört mich, dass der Mensch auf einen Sockel gestellt wurde (ach ja, er ist die Krönung der Schöpfung). Mir wäre lieber, er würde mit beiden Fußsohlen die Erde berühren, geerdet sein, den Atem dieses wunderschönen Planeten erfühlen und spüren, sich als Teil des wunderbaren Ganzen sehen und verstehen, sich entsprechend verhalten und all seine Kraft daran setzen, das, was wir vorfanden, zu behüten und zu bewahren, damit wir es als Vermächtnis an unsere Enkel und Urenkel weitergeben können. 

Wir wissen, wie schön das Meer, funktionierende Jahreszeiten, klare Seen, Schnee auf den Bergen und jahrhundertealte Bäume sind. Werden sich unsere Nachfahren auch noch daran erfreuen können?


Das Grün der Wiese, der Bäume und Sträucher steht für Hoffnung.

Blau ist die Farbe der Harmonie, Fantasie und Träume. Wenn es um die Umwelt geht, sollte man nicht träumen, sondern der Realität ins Auge schauen und handeln.
    

All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich eine gute Zeit.

Kommentare:

  1. Liebe Edith,
    deine Interpretation gefällt mir sehr gut. Auch ich habe im 2. Bild Gott in Form der Sonne Aton in den Vordergrund gestellt, es ist mir noch mehr dazu eingefallen.

    Ich finde, dass du es gut umgesetzt hast und irgendwo kommen wir doch alle zum Punkt, der Mensch hebt die Hände nach oben. Der Mensch ist zwar auf den Socken gestellt, nimmt sich aber die Energie trotzdem aus der Erde.
    Man könnte das wirklich noch mehr schwelgen.

    Schön hast du das gemacht.

    Lieben Gruß Eva

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  2. Liebe Edith, wie schön, dass du dich so ausführlich und durchdringend mit dem Foto und dem Menschen darauf beschäftigt hast und uns deine Gedanken schenkst. Die sollten wir immer im Gepäck haben und uns sollten die Ohren klingen, wenn wir auf dem Weg sind unsere Erde zu verspielen... Ich freue mich, liebe Grüße Ghislana

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  3. Blau ist die Farbe der Harmonie? Wußte ich gar nicht, ich weiß nur, dass sie mir gut gefällt. Drum hab ich mein Haus so anstreichen lassen. Weil ich so harmonisch bin. Hilfe, wenn das jemand liest, fängt er an zu husten!

    Sigrun

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  4. BLAU signalisiert für mich Harmonie. Du weißt das nicht?
    Vielleicht weiß es aber Dein Unterbewußtsein schon lange.
    Deshalb das blaue Haus. Es paßt auch gut zum Grün des Gartens.
    Warum schauen wir gerne in den blauen Himmel, aufs blaue Meer,
    auf einen grünen Rasen? Das steckt doch tief in uns allen drin.
    Grün soll ja beruhigen. Ist man ruhig, stellt sich Harmonie von
    selbst ein. Es hat doch einen Grund, weshalb wir den Garten so lieben.
    LG Edith




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  5. Liebe Edith,
    dieses Ja zum Leben habe ich auch gesehen, aber noch mehr drückte sich bei mir die Bedrohung und Gewalt in unserer Welt in den Vordergrund.
    Gerade deshalb genieße ich deine Gedanken und Bilder. Und jetzt gehe ich mit zwei guten Ohrwürmern durch den Tag. Herzlichen Dank und viele Grüße von Lucia

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  6. Jeder empfindet etwas anderes bei diesem göttlichen Jüngling...:-) Das macht die Sache so spannend. Man sollte das Leben so annehmen wie es ist...das sind wahre Worte. Und nicht verzweifeln, wenn es anders kommt.
    LG Sigrun

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  7. Hallo Edith,
    ich finde es gut das der Jüngling auf einem Sockel steht, auf diese Weise ist er seinem Gott doch ein wenig näher gerückt? In so ein Foto kann man viel hineininterpretieren und ich bin mit deiner Sicht auf´s Foto, vollkommen einverstanden. Ist auf diese Weise, aus dem nackten Jüngling jetzt ein kleiner Umweltaktivist geworden - warum auch nicht, sein Flehen könnte eine Hilfe sein?
    LG Heidi

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    1. Mein Thema, liebe Heidi, zu diesem Jüngling lautete ja 'Mensch, Natur, Umwelt'. Wenn der Mensch sich als Teil der Schöpfung begreift, wird er Gott (ohne Sockel) am nächsten sein. Stellt er sich über die Natur (auf einen Sockel), sehen wir ja, wohin das geführt hat.
      Danke auch Dir für Deinen Kommentar.
      Liebe Grüße
      Edith

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  8. Wunderschön und so viele neue Sichtweisen entstehen durch die einzelnen Betrachtungen. Die Schattenlinien sind mir erst beim schneiden aufgefallen, als ich nah dran war... Und einzeln ergeben die Bilder wieder neue Bilder... Scheinbar ein endloser Prozess... Viele Grüße, Doreen

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    1. Das, liebe Doreen, hat mir an diesem Impulsfoto so gut gefallen, dass man daraus viele aussagekräftige Einzelbilder machen und immer wieder neue Collagen mit einer eigenen 'Geschichte' basteln konnte.
      Danke für Deinen Kommentar, einen schönen Tag und liebe Grüße
      Edith

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  9. Ich finde, du hast schöne Zeilen zu diesem Bild mit dem Jüngling geschrieben nebst 2 wunderbaren Liedern die man immer wieder mal in der Kirche singt. Zur Zeit ist es doch wunderschön im Garten, als auch in der Natur, die Schöpfung ist doch was wunderbares. Heute war ich im Garten und habe mir überlegt, ob ich diese blauen kleinen Apapanthus (winterhart) jetzt verschicken soll oder wenn sie abgeblüht sind, auch hätte ich noch die span. Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica) übrig. Beide treiben bereits Knospen, Meine Frage: Was meinst du? (Kaputtgehen würden sie nicht), sie sind robust. Im Herbst geht das leider nicht, da finde ich die Knollen dann nicht mehr.
    Grüße von Ilona

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    1. An wirklich winterhartem Agapanthus wäre ich schon interessiert, liebe Ilona, weil ich ihn wunderschön finde. Ich denke, er sollte ruhig erst mal bei Dir blühen. Blaue Hasenglöckchen wachsen in meinem ganzen Garten, habe eine ganze Anzahl in Töpfe setzen müssen, weil die Stadtwerke neue Wasserleitungen durch meinen Vorgarten verlegt haben. Einen schönen Tag und liebe Grüße
      Edith

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  10. Liebe Edith, zu Deinen Fragen: wir haben Moorboden, daher wachsen die Primeln fast überall, aber am liebsten auf eher ein bisschen feuchten Stellen. Der Weinbergpfirsich mag gerne Sonne und vor allem eine vor Regen geschützte Stelle.

    Es kann schon sein, dass ich vielleicht, die ein oder andere Pflanze zu viel erwischt habe, aber wenn die Erde zu viel offen ist, habe ich eher das Problem, dass die Katzen überall graben und hinmachen. Das möchte ich tunlichst vermeiden.

    lg kathrin

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  11. Liebe Edith,
    welch ein berührender Post...das Lied von D. Bonhoeffer geht mir immer sehr nahe.
    LG Marita

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