Dienstag, 20. September 2016

Brüll, Löwe, brüll...!

Fragen über Fragen beim Betrachten von Lucias Impulsfoto beim Bilder-Pingpong und das dringende Bedürfnis, laut zu rufen: "Brüll, Löwe, brüll...!"


"Was, lieber Löwe, König der Tiere, hat man mit dir gemacht? Wie konnte es dazu kommen? Du mit dem Kopf in der Schlinge? Ich denke, ich seh' nicht richtig, glaube es nicht.




Du  bist doch stark, stärker als alle anderen, stärker als der Mensch. Warum hast du dich nicht gewehrt? Mit einem einzigen Schlag deiner Pranke hättest du den Angreifer abwehren, sogar töten können. Warum hast du es nicht getan?


Was sollen die anderen Tiere von dir denken, deren Vorbild du bist?


Ich will eine Antwort von dir. Ich muß es wissen, bitte."


Für einen Augenblick gab der 
Schöpfer des Himmels und der Erde
dem Löwen die Sprache des Menschen. 
Und der Löwe antwortete wie folgt: 


"Und was sollen wir Tiere von euch Menschen denken? Unser Vorbild war stets der Mensch, der sich selbst als die Krönung der Schöpfung bezeichnet. Im Auftrag aller Tiere frage ich euch: Was ist eure Antwort auf unsere Fragen? Ihr zerstört die Natur, plündert den Planeten, müllt ihn zu, so dass wir kaum noch Lebensraum haben. Haben wir, haben unsere Nachkommen, habt ihr, hat unsere Erde überhaupt noch eine Zukunft...?



Das sind meine düsteren Visionen, wie es in Zukunft auf unserer wunderschönen Erde aussehen könnte, kein Platz für Mensch und Tier. Und ich dachte immer, der Schöpfer hätte euch mit Intelligenz ausgestattet, weil er euch als Hüter, Bewahrer und Beschützer all dessen einsetzen wollte. 


Zieht die Schlinge, die ihr mir um den Hals gelegt habt, ruhig zu. Ich bin alt, traurig und müde geworden, mag das Elend nicht mehr mit ansehen. Eure Schlinge aber, und das sage ich euch, die habt ihr euch selbst um den Hals gelegt, und zwar aus Gier nach immer mehr, aus Dummheit, weil ihr mit euresgleichen nicht in Frieden leben könnt, Kriege anzettelt, die Natur zerstört. Was muß noch alles passieren, damit die Menschheit endlich zur Vernunft kommt? Nehmt euch an uns Tieren ein Beispiel. Es geht auch anders, vielleicht ist es ja noch nicht zu spät... für uns alle."


"Gut gebrüllt, Löwe, das waren klare Worte. Danke! Und nun komm, ich öffne den Knoten und nehme dir die Schlinge vom Hals. Wir sitzen doch beide im gleichen Boot..."



Meine ganz persönliche Meinung: 

Wenn alles auf dieser Welt eine Stimme hätte, sich lautstark wehren könnte, die Vögel in der Luft, die Tiere auf der Erde, die Fische im Wasser, die Pflanzen, die Bäume, die Flüsse, Seen, Meere, die Berge, die Pole, der Regen und der Wind, ja, sogar die Erde selbst (sie bebt ja schon oft genug),  dann gäbe es vielleicht nicht solch einen Frevel wider die Natur . 

Die Naturmenschen - Indianer, die unseren Planeten liebevoll 'Mutter Erde' nennen, und die Handvoll Naturvölker, die es heute noch gibt, die sich selbst als 'die wahren Menschen' bezeichnen - verstanden/ verstehen die Sprache der Natur, weil sie mit ihr und von ihr, nicht gegen sie leb(t)en

Die sogenannte Zivilisation - vielleicht mit Ausnahme der Landwirte - hat dieses alte Wissen vergessen oder verdrängt, weil sie in anderen Sphären schwebt, sich mit Kriegsführung und Eroberung des Weltraums beschäftigt, nachdem die Bodenschätze hier so langsam zur Neige gehen. Es geht vielen Menschen nur noch um Profit, Reichtum, Ansehen, Macht, Prestige - auf Kosten unserer Erde. 

Haben wir, haben unsere Enkel, hat unser Planet noch eine Chance?

All meinen Leserinnen und Lesern wünsche ich einen guten Tag.

Kommentare:

  1. Liebe Edith,
    interessant, was du schreibst und auch gut umgesetzt.
    Ja, was macht der Mensch mit den Tieren? Den Löwen z.B. im Zoo, die wir alle so gerne anschauen? Diese Tiere zeigen eine Art von Hospitalismus und laufen immer und immer wieder im Kreis herum. Im Zirkus geht es ihnen auch nicht gut, doch wir schauen uns das alles an. Ich finde Dressuren schrecklich und meide es auch in den Zirkus zu gehen.

    Im Bezug auf Landwirte, auch sie pflanzen das an, was subentioniert wird und das ist auch nicht immer gut.

    Kriegführung, das wird es nun mal immer geben, gab es früher schon und dass sich Unterdrückte irgenwann mal wehren, weil es nicht mehr so weitergehen kann, das würde ich auch tun.
    Ein interessanter Beitrag, der auch nachdenklich macht, denn unschuldig sind wir doch alle nicht, oder?

    Denken wir doch mal daran, wie der Strom oftmal verschleudert wird, es gibt so viele Dinge, die wir ändern könnten. Das ist auch der Einzelne gefragt.

    Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag liebe Edith und auch eine schöne Woche.

    Lieben Gruß Eva

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  2. "subventioniert"

    soll es heißen.

    Entschuldige bitte.

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  3. Puh...ein sehr bewegender Text und so wahr!

    Ganz große Klasse deine Umsetzung!!!


    Liebe Grüße

    Anne

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  4. Hallo Edith,
    die Stimme deines Löwen redet uns ins Gewissen und sie redet die Wahrheit.
    Oft ist die Natur das Letzte an das der Mensch denkt, zuerst kommen meistens die wirtschaftlichen und provitablen Interessen, den Tiere bleibt oft nur das was übrig bleibt. Wenn sie Glück haben ist das ein guter Zoo oder sie sterben aus!
    LG Heidi

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  5. Liebe Edith,
    hab vielen herzlichen Dank für diesen Beitrag. Ich wünsche mir, dass dein Löwe überall gehört wird und dass wir gemeinsam den Kopf aus der Schlinge ziehen können. Herzlichen Dank fürs Mitmachen und viele Grüße von Lucia

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  6. Was für ein ernstes und wahres Thema. Ich habe oft die gleichen Gedanken. Tiere töten meist auch nur, um zu fressen. Manchmal tun sie es, um Rivalen auszuschalten!
    Sehr gute Umsetzung.

    Sigrun

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  7. Liebe Edith,
    ein Text zum Nachdenken.
    Viele liebe Grüße
    Ursula

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  8. Schön geschrieben, liebe Edith! Ja, wir Menschen sind schon eine gefährliche Spezies. Wir schreiben und reden immer über all das Übel und wirklich ändern tun wir oft nichts. Vor allem sieht kaum einer von uns, was er da anrichtet und sei es nur im Kleinen. Denn auch das summiert sich ja! Und selbst wenn - vieles hat seine Gründe, basiert auf Ängsten und natürlich auch auf Eitelkeit, wie der weise Prediger Salomo schon wusste.
    Ich glaube, daß es auf der Erde schon immer so war - nur bevölkern heute sehr viel mehr Menschen diesen schönen blauen Planeten und mit all den gestiegenen Möglichkeiten will dann auch jeder, der es irgendwie kann, ein Stück vom großen Kuchen. Dazu haben wir durch die modernen Medien heute den Blick auf die ganze Welt, was in früheren Epochen so nicht der Fall war.
    Erst wenn der Mensch schwerkrank wird, wird er manchmal nachdenklicher, oft aber noch lange nicht klug ...
    Was die Naturvölker betrifft, so weiß ich jetzt nicht, ob sie freiwillig so leben würden, wenn sie andere Möglichkeiten hätten. Wenn ich da jetzt an die Hunza denke, deren keine ärztliche Hilfe zuteil wurde. Bspw. wenn jemand sich verbrannte, konnte er elendiglich verenden ... was schon Tage dauern konnte. Auch mußte man wohl bis zuletzt, wie es irgendwie ging, hart arbeiten und im Winter hungern. Aber das mit dem hohen Lebensalter war wohl ohnehin nur ein absichtlich verbreiteter Mythos wie so manche Legenden aus der Esoterik- und Vermarktungs-Szene. Nun hat die Zivilisation sie eingeholt .... es hat eben ALLES zwei Seiten und vieles wird nur aus der romantischen Verklärung von uns übersättigten zivilisierten Europäern betrachtet.
    Aber man fragt sich schon, wo das alles einmal hinführen wird, zumal die Menschen nicht weniger werden ...

    Nachdenkliche Grüße
    Sara

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  9. Toll, mit wieviel Empathie du das bild des Löwen charakterisiert hast.
    Ich kann nur beipflichten und hoffe, dass wir Menschen manchmal etwas mehr nachdenken würden!
    Ein ernstes Thema für eine, an sich fröhliches Projekt.
    ♥liche Grüße

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  10. Liebe Edith! Du sprichst mir aus der Seele und hast den Nagel auf den Kopf getroffen! Deine Interpretation ist mitreißend, aufwühlend und traurig zugleich! Man spürt, mit welcher Energie Du dem Löwen eine Stimme gegeben hast. Die Welt wäre um ein Vielfaches besser und hätte eine schönere Zukunft vor sich, wenn es mehr Menschen gäbe, die die gleichen Gedanken, die Du so schnörkellos und ohne Umschweife zu Papier gebracht hast, hätten. Der Gedanke ist der erste Schritt, etwas zu ändern. Wollen wir hoffen, dass es noch nicht zu spät ist...
    Liebe Grüße,
    Nicole

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  11. Ich bin ganz berührt, zu welchen Gedankengängen dich Lucias Löwenfoto inspieriert hat. Wenn doch mehr Menschen sich solche Gedanken machen und sie aussprechen würden. Denn ganz offenbar machen es noch viel zu wenige. Was Landwirte angeht, gibt es leider solche und solche. Und ein Teil trägt mit ungebremster Überdüngung und Vergiftung der Böden erheblich Mitverantwortung dafür, dass Insekten- und Vogelwelt nicht nur in ihrer Vielfalt, sondern auch mengenmäßig so abgenommen haben, dass einem Angst und Bange werden kann, wie lange das ökologische Netzwerk noch hält. Danke dir sehr für den Ernst, mit dem du bei unserem Pingpong-Spiel dabei warst! Lieben Gruß Ghislana

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