Dienstag, 17. Januar 2017

Bilder-Pingpong bei 'schreibtischwelten'...

 
Dagobert Krause betritt ein wenig außer Atem die Geschäftsstelle im zweiten Stock des Gebäudes. 'Schon wieder ein neues Gesicht, ständig diese personellen Veränderungen', denkt er verärgert
Es kommt zu folgendem Dialog:

'Guten Tag! Ist Ihr Kollege nicht da?'
'Nein, ich mach' das hier allein. Was kann ich für Sie tun?'

'Mein Name ist Krause, ich möchte einen Schaden melden.'
'Einen Schaden melden? Welchen Schaden?'

'Ich habe einen Dachschaden.'
'Einen Dachschaden?' fragt der Sachbearbeiter leicht irritiert und bemüht, ernst zu bleiben.

 
'Ja, seit gestern, wenn Sie es genau wissen wollen', antwortet Krause leicht gereizt, 'und was ist dabei so lustig?'
'Weil ich Ihren sogenannten 'Dachschaden' nicht beurteilen kann. Dazu müssen Sie eine ärztliche Bescheinigung beibringen. Dann sehen wir weiter.'

'Was heißt hier einen 'sogenannten' Schaden und nicht zuständig?' brüllt Krause mit hochrotem Kopf den verduzten Sachbearbeiter an. 'Das darf doch wohl nicht wahr sein, junger Mann, für was zahle ich seit Jahr und Tag meine Versicherungsbeiträge? Ich fühl' mich hier grad' wie in einem Irrenhaus, werde mich an der Hauptstelle bei Ihrem Vorgesetzten über Sie beschweren!'
'Ja, aa..., aaaber...', stottert der Sachbearbeiter, nach einer passenden Antwort ringend.

Dagobert Krause verläßt grußlos und empört die Geschäftsstelle.

Zu Hause angekommen, fragt die Gattin Eleonore Krause ihren Gemahl:
'Ist alles okay? Hast du der Versicherung den Schaden gemeldet?'
'Nichts ist okay,' schnauft Krause, 'ich habe den Eindruck, dass bei dem neuen Sachbearbeiter ein paar Ziegel locker sind. Stell dir vor, der verlangt von mir die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung.'

'Wieso denn das und worüber?' fragt Eleonore erstaunt.
'Na, worüber wohl? Natürlich über den Dachschaden!'


In diesem Augenblick geht Eleonore Krause ein Licht auf. Schalk blitzt aus ihren Augen. Kopfschüttelnd schaut sie ihren Gatten an und bricht in lautes Lachen aus. Dagobert Krause versteht die Welt nicht mehr.

'Ja, sag mal', fragt sie ihren Göttergatten schließlich, 'hast du denn vergessen, dass die Versicherung schon vor mehr als drei Jahren in den Neubau am Berliner Platz umgezogen ist und sich in diesen Räumlichkeiten seitdem die Krankenkasse befindet?'

Dagobert Krause schlägt sich mit der flachen Hand gegen die Stirn.
'So ein Mist! Und das muss ausgerechnet mir passieren. Ich bin dann mal weg... bei der Versicherung'.

Das zum Thema 'Kyrill mit Folgeschäden'.

Verlinkt mit: 'schreibtischwelten'

Mein Rat: Augen auf und immer mal wieder auf die Schilder achten. Dinge ändern sich. Das ganze Leben ist Veränderung.
Lucias Impulsbild
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Dieser Pingpong-Beitrag erzählt einen 'Fall von fehlgeleiteter Kommunikation', der aufzeigt, was passieren kann, wenn Menschen aneinander vorbeireden.  Er zeigt auch, wie wichtig Unvoreingenommenheit, achtsames Zuhören und eine präzise (unzweideutige) Formulierung beim Kommunizieren ( = sich jemandem mitteilen/ sich durch Sprache verbinden) sind, um Missverständnisse gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Verlinkt
mit Lottas bunter Welt, wo es heute um Kommunikation geht.
Ich wünsche Euch eine gute Zeit.

Kommentare:

  1. Liebe Edith,
    eine interessante Geschichte, gerade mit dem "Dachschaden" wobei man das sehen kann, wie man will.

    Ironie ist, dass ich damit zur Zeit extrem zu tun habe. Du hast es prima umgesetzt.

    Lieben Dank und Gruß Eva

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  2. Hallo Edith,
    das ist eine unterhaltsame Geschichte und so passend... wie die Faust auf´s Auge! (hihi)
    LG Heidi

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  3. ...herrliche Geschichte...das Bild ist wahrlich vielseitig inspirierend,

    liebe Grüße Birgitt

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  4. Liebe Edith, mit einem Lächeln schreibe ich diesen Kommentar :) Familie Krause scheint mir toll in Szene gesetzt.
    Liebe Grüße zu dir
    Erika

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  5. Liebe Edith, das ist ja ein lustiger Post. Und Du hast vollkommen Recht, die Dinge ändern sich laufend.

    Lg kathrin

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  6. Ich musste lachen. :D

    Viele Grüße
    Margrit

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  7. hihi..
    jaa.. so kann es passieren wenn man in alten "Bahnen" läuft..
    ab und zu den Kopf heben und sich genauer umschauen..
    super deine Geschichte..
    liebe Grüße
    Rosi

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  8. Liebe Edith,
    das ist köstlich. Danke!!! (Der Dachschaden spielt bei mir auch eine Rolle, ich zeige das Morgen!)
    Herzlich Dank für diesen Dialog - der hat Sketchqualität!
    Viele Grüße von Lucia

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  9. Wirklich lustig! :-) Die Holz?schindeln sehen sehr schön aus!

    Liebe Grüße nochmals
    Sara

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  10. Ein herrlicher "Dachschaden", liebe Edith. Das Leben ist Veränderung.
    Viele liebe Grüße
    Ursula

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  11. Liebe Edith,
    eine herrliche Geschichte, die mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte.
    Viele liebe Grüße
    Marita

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  12. Liebe Edith,
    eine nette, schon fast humorige Geschichte, die wieder einmal zeigt, wie schnell es zu Missvertändnissen kommen kann...und mitunter (hier jetzt nicht...)ganz üblem Ausgang!!!
    Alles Liebe
    Heidi

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  13. Liebe Edith, Danke für deinen Kommentar zu meinem Dachschaden.�� Und alles in dem Buch habe ich selbst geschrieben! Was sagst du dazu? Bin neugierig geworden... Herzliche Grüße von Lucia

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  14. Liebe Edith, ich habe dir gestern abend ein e-Mail geschickt. Du darfst es ruhig öffnen, falls es wieder im Spam gelandet ist. Diesmal gab es bei mir kein Problem beim absenden.
    Grüße von Ilona

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  15. Hihi.. was für ein schöner Schwank, liebe Edith! Ja, so ein Dachschaden kann einem schon Kummer machen ;) Kyrill ist uns übrigens gut im Gedächtnis geblieben. Unser Großer musste nämlich seinen fünften Geburtstag ganz "alleine" mit uns feiern. Pateneltern und Großeltern blieben verständlicherweise ob der Sturmwarnung lieber zu Hause. Ganz liebe Grüße, Nicole (P.S. Hattest Du eigentlich gesehen, dass ich Dich in meinem Post vom Samstag erwähnt habe? Drücker!)

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    1. Nein, liebe Nicole, habe ich nicht. Ich werde jetzt aber gleich mal schauen.
      Danke für Deinen Kommentar, einen schönen Tag und liebe Grüße, Edith

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  16. Hihihi liebe Edith, na das ist ja mal eine prima Geschichte. Super passt die zu dem Bild und gut, dass Frau Krause alle Sinne beieinander hatte und auf die Lösung des Problems kam. Vielen Dank, da habe ich mich köstlich amüsiert. (Dagobert - ist dir da ein Donald im Kopf herumgegeistert?) hahaha.... Wunderbar, ich grüße Dich ganz herzlich LG Marion

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